Please enable JavaScript to view the comments powered by Disqus.

Kurze Geschichte des Hanfgebrauchs

HANF – eine Pflanze mit Geschichte  

Aufzeichnungen belegen, dass in China schon vor 10.000 Jahren der wohlschmeckende und nahrhafte Samen sowie die Fasern der Hanfpflanze (Cannabis Sativa L.) eine wichtige Rolle gespielt haben.

Auch die Anwendung von Hanf in der Medizin reicht weit in die Vergangenheit zurück: Etwa Kaiser Shen hat 2737 v. Chr. dokumentiert, wie Hanf als Heilmittel gegen Krankheiten wie Malaria oder Rheuma eingesetzt werden kann.  

Aber auch in Europa dokumentieren über 5500 Jahre alte Funde, dass sich Griechen und Ägypter mit Textilien aus Hanf kleideten.  Im Mittelalter entwickelten sich der Hanf und der Flachs zu nicht mehr wegzudenkenden Rohstoffen.

In dieser Zeit wurde dieser robuste, faserige, reißfeste Hanf auch für die Herstellung von Papier, Seilen, Segeltüchern und Säcken verwendet. Auch die berühmte Gutenberg Bibel wurde auf Hanfpapier gedruckt.

Im 19. Jahrhundert verlor der Hanf leider an Wichtigkeit, weil er durch billigere Varianten ersetzt wurde.

Dann kamen die Jahre des Prohibitionismus, neue und billigere Materialien wurden erfunden und der Hanf geriet fast komplett in Vergessenheit.  

In den 1990er Jahren wuchs das Interesse wieder und der Anbau von Nutzhanf wurde freigegeben.

Ursache für den Niedergang

Durch die Mechanisierung der Baumwollspinnerei trat die Baumwolle ihren Siegeszug um die Welt an. Der starke Rückgang der Segelschifffahrt traf die Hanfwirtschaft zusätzlich. Nachdem Mitte des 19. Jahrh. die Herstellung von Zellstoff aus Holz erfunden worden war, verlor Hanf auch seine Bedeutung für die Papierindustrie. Schließlich gerieten die europäischen Hanffasern durch die Importfasern Jute, Sisal, Abaca und Hanf aus Russland unter Druck; im 20. Jahrh. eroberten dann synthetische Fasern die technischen Einsatzgebiete.

Gleichzeitig geriet der Nutzhanf infolge der Marihuana-Prohibition unter Druck:

In vielen Ländern der Erde wurde der Hanfanbau - unabhängig davon, ob es sich um Nutz- oder Drogenhanf handelte - verboten und ist es teilweise bis heute.

Erst in den 90er Jahren wurden in vielen Ländern die Anbauverbote für Nutzhanf aufgehoben und neue Anwendungsfelder sichtbar, in denen Hanffasern aus technischen, ökologischen und ökonomischen Gründen neue Märkte erobern können.